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Ein Freund fürs Leben mit 6 Saiten

Als ich zum ersten Mal eine E-Gitarre sah war ich auf unerklärliche Weise von der Schönheit dieses Instruments begeistert. Es war eine Les Paul mit Sunburst Lackierung  und schwarzer Schlagplatte von Gibson. Der Klassiker eben. Jeder kennt sie von Jimmi Page von Led Zeppelin usw. Obwohl jedoch tausende Instrumente im Schaufenster standen, war ich auf diese Gitarre fixiert, weil sie mir so gut gefiel. Wer weiß, vielleicht war ich in einem früheren Leben schon ein Gitarrenspieler, aber irgendwie waren wir beide direkt verbunden.

Also ich dann wenig später meine erste eigene Gitarre bekam, war es der Himmel auf Erden.
Endlich waren wir vereint und konnten die Zeit miteinander verbringen. Ich konnte zwar noch nichts spielen, zumindest nichts was man einem Unikum zumuten möchte, dennoch saß ich Stunden mit der Gitarre auf meinem Bett und zupfte apathisch die Seiten und lauschte den Klängen die sie erzeugten. 



Leider hatte ich noch keinen Verstärker, der mir die Möglichkeit bieten sollte wie Van Halen, Hendrix und Co. zu klingen. Also ging die Suche wieder los und wir suchten den passenden Verstärker für meine Strat. Ich dachte das ganze wird leicht, doch jetzt wurde mir erstmal klar wie schwierig es ist den perfekten Sound zu „kochen“. Es gab Röhrenverstärker aber auch Transistor Verstärker. Diese hatten natürlich ihren ganz eigenen Klang und konnten mit unterschiedlichen Boxen oder Effekten kombiniert werden.



Da stand ich nun in dem Musikgeschäft, mein Budget in der linken Hand und meine Vorstellungen in der Rechten. Da ich Blues spielen wollte, grenzte sich dank des Verkäufers die Auswahl schon Mal etwas ein. In den nächsten Wochen besuchte ich das Geschäft fast täglich mit meiner Gitarre und testete die Verstärker bis zum Umfallen. Schließlich gewann ein Orange Verstärker mein Herz und ich konnte ihn geradewegs bezahlen.



Ich stellte ihn sofort Zuhause im Keller auf und spielte. Ich spielte Stunden lang und wenn meine Eltern mich nicht zwischendurch zum Essen abgeholt hätten, wäre ich wohl verhungert, so gefesselt war ich von meinem Spiel.



Dies riss nie ab und selbst heute noch muss ich unterbrochen werden, wenn ich in meine Gitarrenwelt mit meinem Freund fürs Leben verschwinde und einfach spiele.


Meine Gitarre, ein Begleiter, der mich nie im Stich gelassen hat und mich heute wie am ersten Tag begeistert.


Zum Glück können inzwischen auch andere daran Freude entwickeln wenn ich spiele, das war mal anders ;-)


Deshalb spielte ich wenig später in einer Band in der wir sehr viel mit den Genres wie Blues, Jazz und Rock herumexperimentierten. Dadurch, dass jetzt auch andere Musiker mit mir und meiner Gitarre spielten, war alles irgendwie ganz anders. Obwohl wir verschiedene Persönlichkeiten waren, schienen unsere Instrumente uns zu verbinden und wir konnten jammen ohne uns abzusprechen. Ich wusste bevor mein Drummer einen neuen Beat einleitet was auf mich zukam und meine Hände verselbständigten sich zur Musik der ganzen Band.



Es war ein atemberaubendes Gefühl das ich so noch nicht kannte. Seitdem weiß ich, dass nicht nur die Gitarre mich mein Leben lang begleiten wird, sondern dass ich für immer Musik machen werde, da sie etwas Magisches hat, was durch nichts in dieser Welt zu ersetzen ist.

2017  cockadoodledont